|
Der
südamerikanische Regenwald war immer eines meiner Traumziele.
Ohne Spanisch- und Portugiesischkenntnisse ist eine Verständigung
aber nur schwer möglich. Als ich mich dann trotzdem entschlossen
habe, eines der unberührten Regenwaldgebiete dieses Kontinents
zu bereisen, fiel meine Wahl auf Guyana. Als einziges Land
Südamerikas war es einst eine britische Kolonie.
Guyana
ist bei uns kaum bekannt und so wurden meine Reisepläne
immer wieder nach Afrika interpretiert. Fast keinen Tourismus
gibt es, aber auch nahezu keine Abholzung. Auch Probleme,
wie sie angrenzende Länder mit Goldsuchern haben kennt
man zumindest im Süden des Landes nicht.
Zusammen
mit zwei Freunden mache ich mich auf den Weg. Im Gepäck
haben wir zwei Schlauchboote. Wir planen, noch einen einheimischen
Führer als Begleiter zu suchen und finden ihn mit Regis,
einem Indianer, der bereits mehrere wissenschaftliche Expeditionen
begleitet hat. Er erweist sich als echter Glücksfall.
Wir lernen viel über die Tier- und Pflanzenwelt und seine
Lieder abends am Lagerfeuer werden uns in Erinnerung bleiben.
Nachdem
wir den beschwerlichen Weg zum Fluss mit dem ortsüblichen
Ochsenkarren zurückgelegt haben, geht es aufs Wasser.
500 km lang treffen wir niemanden. Nur Anacondas, Alligatoren
und Piranhas machen neben vielen anderen Tieren unsere Bekanntschaft.
Bei unserer
Ankunft in Apoteri steigt ein Fest. Noch nie sind Touristen
von stromaufwärts gekommen. Zwar wusste man bereits über
Funk von uns, aber niemand hat damit gerechnet, dass wir die
Fahrt überleben werden.
|